Strafjustizzentrum Nürnberg

Beschreibung

Zwei starke architektonische Baukörper bilden gemeinsam das neue Strafjustizzentrum in Nürnberg: Historischer Bestand und Neubau werden zukünftig zusammen ein Gewinn für die innere Organisation und auch für die Stadt Nürnberg darstellen. Im Zusammenspiel zeigen die bauliche Tradition und die neue architektonische Gestalt bildhaft das Justizzentrum im 21. Jahrhundert. In der ersten Bauphase wird das neue Justizzentrum die Arrondierung des Bestandsgebäudes definieren und den Grundstein für eine Erweiterung legen. In seiner herausragenden Lage ist das mächtige Bestandsgebäude an der Fürther Straße, einer der wichtigen Ausfahrtsstraßen von Nürnberg, von großer städtischer Präsenz. Die direkte Nachbarschaft zum historisch bedeutsamen Justizpalast macht das Ensemble über Nürnberg hinaus als Gesamtensemble bekannt. Aber nicht nur die Bestandgebäude sind dominant, auch der öffentliche Freiraum prägt als Vorplatz den Charakter im Stadtraum. Dies ist auch die gestalterische und organisatorische Herausforderung für das neue Strafjustizzentrum. Die Zugangssituation ist beengt mit wenig Präsenz zur Stadt, insbesondere in Beziehung zu dem Grundstück für die Erweiterung im hinteren Teil des großen Geländes. Die Erweiterung mit dem neuen Hauptzugang wird zum Bindeglied zwischen Bestand und Erweiterung. Wichtig war die gestalterische Präsenz des Hauptzugangs in Bezug zur inneren Organisation aber auch zur Stadt.  Das neue Strafjustizzentrum wirkt kraftvoll durch die souveräne Eigenständigkeit zweier starker Elemente, die zusammen gehören. Deswegen wurden prinzipielle gestalterische Elemente des bestehenden Gerichtsgebäudes aufgenommen. Dazu gehören neben der baulichen Körnung insbesondere die Proportionen und Ausgestaltung der stirnseitigen Fassade, sowie die Materialität und die Farbigkeit. Insbesondere das hohe Dach und die mächtigen Gauben machen den Altbau aus, auf die wir uns in der Ausgestaltung der Anschlusspunkte direkt beziehen. Die Fassade nimmt das gestalterische Thema von vertikalen Steinlisenen auf, um dann in der Variation die verschiedenen Nutzungen herauszustellen und unterschiedliche Rhythmen zu generieren. Die öffentlichen Nutzungen der Gerichtssäle und deren Foyer lassen sich gut an der Fassade ablesen und stehen im Gegensatz zu der kleinteiligeren Gliederung der Obergeschosse. Der klare Zugang ist eben nicht nur aus organisatorischen und funktionalen Gründen notwendig, sondern der Eingang bildet auch ein bildstarkes Zeichen für das neue Justizzentrum. Dem Eingang vorgelagert ist ein tief eingeschnittener Vorplatz, der halb auf dem eigenen Grundstück, halb auf dem Nachbargrundstück liegt.

Daten & Fakten

Bauherr . Ansprechpartner
Staatliches Bauamt Erlangen - Nürnberg
Bohlenplatz 18
91054 Erlangen
 
 
Planungszeit 09_2013 bis 12_2013  
     
Bearbeitung Leistungsphasen §33 HOAI 2 / Wettbewerb in Arge mit Lèon Wohlhage Wernik Architekten  
Ergebnis Anerkennung  

 

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